Männerfahrt 2011

Männerfahrt 2011 nach Bremervörde und Umgebung
„Wenn Engel reisen, dann lacht der Himmel“ so heißt es im Allgemeinen. Im Falle der Männerfahrt hatte der Himmel sogar einen Lachkrampf.
Schon die Vorbereitungen von einigen Binnenländlern, die sich unerschrocken in Richtung Nordsee begeben wollten, war für einen Außenstehenden erheiternd anzusehen. Einige Reisende setzten die wohlgemeinten Ratschläge: „nimm Dir was warmes mit, an der See ist es immer windig und kühl“ in die Tat um und die Koffer wurden voller und voller.
Am Treffpunkt für die Abfahrt wurde die Stimmung immer besser und besser. Die überreichten, kanariengelben Jacken taten ihr Übriges. Grenzenlos wurde die Begeisterung hingegen, als ein wackerer Mitfahrer aus dem Bett geklingelt werden musste und in rekordverdächtiger Zeit dann ebenfalls im VW-Bus saß.

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Die Fahrt führte uns aus dem Rhein-Main-Gebiet in die landschaftlich schöne Rhön. Dort gesellte sich die Delegation aus dem Nordhessen-Kreis zu uns und von dort ging es immer weiter Richtung Norden, der stürmischen See entgegen.
Schon bei der ersten Rast in Niedersachsen kamen Zweifel auf, ob die Wahl der Kleidung richtig war? Die Sonne klatschte erbarmungslos auf die Reisegruppe hernieder.
Nach dem Genuss von reichlich Landschaft, faszinierenden Architekturen und Wunderwerken der deutschen Straßenbaukunst, reizvollen und die Phantasie anregenden Campingplätzen, erreichten wir unser Ziel, Bremervörde.
Wir staunten nicht schlecht, als wir feststellen mussten, dass die Einwohner von Bremervörde extra wegen uns ein Volksfest veranstalteten (schüchtern wie die Norddeutschen sind, hatten sie natürlich gesagt, dass die Kirmes nichts mit uns zu tun hatte). Der abendliche Ausflug in die nächste Eisdiele, herausgeputzt mit den kanariengelben Jacken (bis auf 2 Mitreisenden, denen es zu warm war) wurde zu einem Event, dass dem Eisdielenbesitzer nicht nur ein Geschäft verschaffte, sondern auch die volle Macht des hessischen Humors spüren und damit den Angstschweiß auf seine Stirn treten ließ. Warum dies so war, erzählen wir sicher auf der nächsten Männerfahrt, die ja auch ein Highlight wird!
Der nächste Tag stand ganz im Zeichen „Bremerhaven“. Unser Bundesvorsitzender Helmut Krethe, in Bremerhaven geboren und groß geworden, verschaffte uns einen einmaligen Überblick von dieser abwechslungsreichen und interessanten Stadt.
Von Stationen seiner Kindheit, über historische Etappen in der urbanen Entwicklung, Evolutionen in der sozialen Struktur bis hin zu den phantastischen Ausblicken auf kulturelle Mekkas der Neuzeit, war alles vertreten. Unser herzlicher Dank an Helmut Krethe, der sich für uns Hessen Zeit genommen und es verstanden hat, eine mehrtägige Besichtigungstour in ein paar Stunden zu bewältigen, ohne das die Faszination für Bremerhaven darunter gelitten hat.
Das ohnehin gute Essen in unserer Unterkunft schmeckte nach diesem Marathon nochmal so gut. Bei dem obligatorischen Bowlingturnier am Abend lehrten wir dann wieder wie gewohnt den Besitzern der Bahnen das Fürchten um ihr Parkett.
Mit dem Ziel, Süßwassermatrosen die Insel Helgoland zu zeigen und die Seetüchtigkeit während der Überfahrt zu prüfen, startete die Karawane am 3. Tag in Richtung See.
Erste Etappe vor der großen Überfahrt war der Besuch des Übergangswohnheimes Cuxhaven, im Strichweg. Von der Leiterin und der Chefköchin dieses Hauses erhielten wir einen großartigen Einblick in die Arbeit der Einrichtung und dem Leben in ihr. An dieser Stelle auch einen herzlichen Dank an die „Guten Geister“, die den Funken der Begeisterung auch auf uns übertragen hatten.
Nach diesem kurzen „tief Luft holen“ näherten wir uns – trotz den Bemühungen von Wegbeschreibungen dem nächsten Parkplatz. Von dort wanderten wird über festen Boden zum Anlegeplatz „Alte Liebe“, tauschten den Untergrund gegen einen weniger festen ein und der maritime Transfer Richtung Helgoland begann.
Zweifler (bezüglich der eigenen Seetüchtigkeit) versuchten durch Einnahme von diversen Reise-medikamenten die Überfahrt erträglich zu gestalten. Erzählungen und Schilderungen von „alten Hasen“ in Sachen Helgoland-Trip ließen trotz alledem einige Nasen ein wenig blass erscheinen. Der Beginn der Fahrt auf dem Katamaran „Halunder-Jet“ war eine Fortsetzung des allgemeinen Trends an dieser Männerfahrt: „So wie heute ist es eigentlich nie“: Die See war glatt wie ein Spiegel, die Sonne klatschte erbarmungslos auf unsere Köpfe. Selbst der sensibelste Magen (wie z. B. meiner) bekam auf dem Boot Appetit, wurde nach einem kurzen Imbiss auf die „besten Krabbenbrötchen der Nordsee“ auf Helgoland vertröstet.
Auf der Insel angekommen, unternahmen wir einen Rundgang auf diesem kleinen, aber dennoch recht schönen Eiland. Die meisten unserer Gruppe versuchten in die Historie der Insel einzutauchen. Bewunderung fand die geologische Besonderheit und waren fasziniert von den individuellen architektonsichen Prägungen durch die Einwohner, besonders die Gestaltung der Schrebergärten hatte es uns begeistert. Allerdings gab es auch die Stimme, 30 Minuten nach dem Anlegen des Bootes: „So, ich habe jetzt alles gesehen, wann fahren wir zurück?“.
Allein der, nach den „besten Krabbenbrötchen“ lechzende, sensible Magen blieb unbefriedigt.
Für die Rückfahrt hatte sich der Arrangeur dieser Männerfahrt etwas Besonderes ausgedacht:
Der Besuch in der Künstlerkolonie Worpswede.
Hierbei zeigte sich allerdings, dass Guttempler zwar ein gemeinsames Ziel, aber nicht unbedingt das gleiche Gefühl für Kunst besitzen.
Die anschließende weitere Rückfahrt in Richtung Süd-Hessen wurde, ausgelöst durch einen recht langen Stau in Niedersachsen, zu einer landschaftlichen Erlebnistour bei der Stauumgehung über die Landstraßen.
Fazit der Männerfahrt 2011:
Auch diese Fahrt lässt den „Wunsch nach mehr“ wachsen und gedeihen.
Vor allen Dingen sei an dieser Stelle besonders betont:
Alle Beteiligten sind sich der großen Anstrengung der beiden Fahrer Heinz Müller und Uli Bernhard bewusst und sagen nochmals auf diesem Wege herzlichen Dank.
Ps: Unsere nächste „Männerfahrt 2012“ führt uns nach Prag. Ihr solltet es nicht verpassen, da es mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einem ebensolchen schönen und aufregenden Erlebnis/Event/Ereignis wird und das nicht nur aus kultureller Sicht.

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